Wer in Gruna unterwegs ist und von einem menschlichen Bedürfnis überrascht wird, hat es nicht leicht. Die Suche nach dem stillen Örtchen gestaltet sich schwierig und meist ist man auf den guten Willen von Mitarbeiter*innen in gastronomischen oder sozialen Einrichtungen angewiesen. Der ist zwar meist vorhanden, ganz offiziell möchte aber niemand sein Etablissement als öffentliche Bedürfnisanstalt ausweisen. Denn für die dann dringend erforderlichen hygienischen Maßnahmen fehlen Personal und Geld. Deshalb weist im Stadtteil auch kein Schild den Weg zum stillen Örtchen.

Bild zeigt das WC am Ärztehaus. Dadrüber ist ein Banner mit der Aufschrift "Leider geschlossen!" eingefügt.

Aber steht da nicht so ein Häuschen in der Rosenbergstraße neben dem Ärztehaus? Stimmt, nur kommt da niemand rein, noch nicht mal mehr Menschen mit Behinderungen und einem sogenannten Europaschlüssel.

„Die Toilettenanlage auf der Rosenbergstraße war Bestandteil des bisherigen Konzessionsvertrages mit der WALL GmbH. Dieser endete zum 31. Dezember 2022. Für einen weiteren Betrieb gibt es keine vertragliche Grundlage mehr. Da sich die Anlage auf einem privaten Grundstück befindet, wird an diesem Standort keine neue Toilettenanlage errichtet. Sie wird im Laufe des Jahres ersatzlos zurückgebaut“, klärt die verantwortliche Mitarbeiterin der Stadtverwaltung in einer Mail auf – und verweist auf das Toilettenkonzept unserer Landeshauptstadt, das 13 neue Standorte in Dresden vorsieht, einen davon sogar im Stadtbezirk Blasewitz, nämlich am Toeplerpark in Tolkewitz. Fußweg von Gruna nur knapp 40 Minuten – da heißt es anhalten und rennen zugleich.
Bevor die Situation vollends eskaliert, die Blasen der Anwohner*innen platzen oder örtlichen Gebüsche und dunkle Ecken unfreiwillig zweckentfremdet werden, muss hier dringend Abhilfe geschaffen werden. Welche Möglichkeiten engagierte Nachbar*innen nach einem Erkundungsgang durch Altgruna sehen, lest ihr in unserem Bericht:

Auf jeden Fall werden wir nicht ruhen, bis es in Gruna ein stilles Örtchen gibt, an dem sich alle Menschen rund um die Uhr erleichtern können.

Hier kannst du die aktuelle PDF herunterladen:

13.03.26

Rundgang durch Altgruna mit Blick auf Sicherheit und Sauberkeit

Mit offenen Augen und Ohren spazierten die Teilnehmenden gemeinsam mit Jörg Lange vom Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft durch Gruna, ließen die unterschiedlichen Orte auf sich wirken – und sammelten Müll. Im anschließenden Gespräch ging es um Grünflächenpflege, Verantwortlichkeiten sowie um die Einbeziehung von Schulen und Anwohner*innen.

Fazit: Sicherheit und Sauberkeit bedürfen künftig eines besseren Zusammenspiels der Wohnungseigentümer und evtl. einer spürbaren Wirksamkeit des Stadtbezirksamtes, z.B. bei „Sauber ist schöner“, worin schon heute laufende Schulaktionen integriert werden sollten. Da waren wir 2017-2019 in Gruna schon mal weiter … Nach Abschluss der Arbeiten der Sachsen-Energie und mit EFRE ist erneuter vor Ort-Termin im 2. Halbjahr 2027 sinnvoll.

Das ausführliche Protokoll zur Veranstaltung finden Sie hier